Begleitung der Pflegeverhältnisse

In der ersten Phase der Begleitung geht es um den Aufbau eines Arbeitsbündnis durch eine gute Beziehung und einem gemeinsamen Aufgaben- und Zielverständnis (Abplanalp et.al, 2020) mit den Pflegeeltern, dem Pflegekind und den Herkunftseltern.

Die Fachmitarbeiterin besucht das Kind bei der Pflegefamilie regelmässig in wöchentlichen Abständen und bei ruhigem Verlauf teilweise in 14tägigen Abständen. Bei diesen Gesprächen nehmen in der Regel das Kind und die Pflegefamilie teil. Je nach Situation wird die Gesprächsrunde erweitert oder verkleinert, um die Ziele gemäss Auftrag und den laufenden anstehenden Themen bearbeiten zu können. Wir unterstützen alters- und entwicklungsgemäss die Beteiligung des Kindes an Entscheidungen. Die Herkunftseltern werden über den Verlauf des Pflegeverhältnis informiert und wenn Ziele mit ihnen gesetzt wurden, an deren Umsetzung i.S. von Familienbegleitung gearbeitet.

Einbezug des Pflegekindes

  • Regelmässige Erkundung des Wohlbefindens
  • Anliegen des Pflegekindes ernst nehmen und einbringen

Entwicklungsförderung des Pflegekindes

  • Gemeinsames Erarbeiten von Strategien im Umgang mit Entwicklungsaufgaben
  • Begleitung in der Zusammenarbeit mit der Schule/Lehrbetriebs des Pflegekindes
  • Begleitung im Berufswahl- und Lehrstellenprozess

Sozialpädagogische Begleitung

  • Wertschätzung des Einsatzes der Pflegefamilie
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit der Pflegeeltern
  • Verständnis für die Situation des Pflegekindes fördern und Rollenklarheit bei der Pflegefamilie
  • Förderung der angemessenen Integration des Pflegekindes in das System der Pflegefamilie
  • Beratung in schwierigen pädagogischen Alltagssituationen mit dem Pflegekind
  • Psychoedukation bei spez. Störungen des Pflegekindes und erarbeiten eines Umgangs in der Pflegefamilie
  • Wertschätzende Haltung zur Herkunftsfamilie fördern

Begleitung in Krisensituationen

  • Prävention/Risikominimierung von Krisen, Gewalt und sexuellen Übergriffen
  • Vermittlung in Konfliktsituationen zwischen den Beteiligten im Pflegeverhältnis
  • Telefonische Erreichbarkeit in Krisen und Unterstützung in diesen Momenten

Beratung der Herkunftseltern

  • Informationen über den Verlauf des Pflegeverhältnis an die Eltern
  • Ernstnehmen der Sorgen und Ängste der Herkunftseltern
  • Hinweise zur guten Kontaktpflege zwischen Eltern und Kind
  • Einbezug der Herkunftseltern bei Aufgaben sinnvoll fördern
  • Planung und Auswertungen von Wochenenden in der Herkunftsfamilie, sofern dies eine Zielsetzung ist.

Unterstützung in organisatorischen Belangen

  • Koordination zwischen Pflegefamilie und Herkunftsfamilie
  • Material und Unterlagen bei Herkunftseltern oder zuständiger Behörde einfordern
  • Einfädeln von Therapie u.ä.
  • Vernetzungsarbeit mit involvierten Stellen und Helfenden

Dies stellt eine Auswahl von Begleitungsaufgaben dar, welche von Trial übernommen werden können.

Trial empfiehlt sozialpädagogische Begleitungen auch bei Langzeitunterbringungen i.d.R. über die ganze Dauer laufen zu lassen, um das Pflegekind, die Pflegefamilie und die Herkunftseltern durch den ganzen Prozess mit seinen verschiedenen Herausforderungen, Entwicklungsaufgaben und möglichen Krisen stabil und zuverlässig zu unterstützen und somit die Tragfähigkeit zu erhöhen (vgl. Cierpka, 2008; S. 220).